Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung 

Die Gemeinde Boxmeer ist in Bezug auf Maßnahmen zur Klimaanpassung und der Biodiversität eine sehr fortschrittlich denkende Gemeinde. Ein tolles Beispiel, bei dem beide Maßnahmen optimal angewandt wurden ist der Platz ‚Hoogkoorplein‘ in Boxmeer. Unter diesem Platz lies die Gemeinde 2020 fünf Regenwasserbecken bauen, um künftige Überflutungen vorzubeugen. Der Platz wurde ebenfalls neu eingerichtet und von Jonkers mit blütenreichen und biodiversen Pflanzen bepflanzt.

Der Anlass der umfangreichen Renovierung des Hoogkoorpleins war eine extreme Überschwemmung, bei der 2016 das unterirdische Parkhaus vollständig unter Wasser stand. Neun Autos hatten Totalschaden. Seitdem wappnet sich die Gemeinde vor solchen Starkniederschlägen, indem sie überall da, wo es möglich ist, Maßnahmen zur Klimaanpassung ergreift. Die Gemeinde entschied sich ebenfalls bewusst für biodiverse Pflanzen in öffentlichen Grünflächen. Eine innovative Wahl, mit der Boxmeer ein Vorbild für Maßnahmen zur Klimaanpassung und Biodiversität wird. Wir haben mit Nick Coppens und Ruud Custers (Gemeinde Boxmeer) über alle Maßnahmen zur Klimaanpassung und Biodiversität auf dem Hoogkoorplein gesprochen.

Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

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Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

Maßnahmen zur Klimaanpassung gegen Überschwemmungen

“Das Hoogkoorplein befindet sich an einem der tiefst gelegenen Stellen im Zentrum von Boxmeer. Dadurch gab es dort bei Starkregen regelmäßig Überschwemmungen”, erläutert Projektleiter Nick Coppens. “Wir standen vor der Aufgabe, Regenwasserbecken mit einer Kapazität von 5.000 m3 zu realisieren. Das sind zwei volle olympische Schwimmbäder! Unter dem Parkplatz wurden dafür fünf Regenwasserbecken installiert. Bei Starkregen wird das überflüssige Regenwasser temporär in diesen Becken aufgefangen und danach dosiert in die Abwasserkanäle zurückgepumpt.” Dieses Prinzip wird nachfolgend visualisiert. "Außer den fünf Regenwasserbecken wurden auch drei Wadis rund um den neuen Parkplatz angelegt. Darin wird das Regenwasser aufgefangen, dass direkt auf den Platz fällt, damit dieser Niederschlag danach langsam im Boden versickern kann”, erklärt Nick

Maßnahmen zur Klimaanpassung gegen Hitzestress

“Unter Klimaanpassung verstehen wir nicht nur den Schutz vor Sturzfluten und Hochwasser, sondern auch das Verringern von Hitzestress. Damit kein Hitzestress auftreten kann, haben wir uns bewusst für viel Grün auf dem Parkplatz entschieden. So unter anderem mit größeren und kleineren Bäumen, die Schatten spenden. Diese Gestaltung wurde bereits beim Bau des Platzes berücksichtigt. Zwischen den Regenwasserbecken wurden Streifen mit Baumerde eingearbeitet, damit die großen Bäume gut wurzeln können. Auch der dort ansässige Supermarkt Albert Heijn findet es wichtig, dass seine Kunden einen angenehmen Einkauf im Supermarkt haben und bei ihrer Rückkehr auf dem Parkplatz kein kochend heißes Auto antreffen. Deshalb wurde gemeinsam entschieden, dass einige der großen Bäume, die schon vor der Neugestaltung des Platzes dort standen, zwischenzeitlich umgepflanzt werden, damit sie später wieder auf dem Platz zurückkehren können und direkt für mehr Grün und Schatten sorgen können. Bei der Planung dieses Projekts stand ein angenehmes Einkaufserlebnis mehr im Vordergrund als die maximale Anzahl Parkplätze”, erläutert Nick zufrieden.

Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

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Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

Biodiversität in städtische Gebiete zurückbringen

Der Entwurf und die Bepflanzung der übrigen Pflanzen auf dem Hoogkoorplein wurde komplett von Jonkers ausgeführt. Darin hat der Projektleiter von Jonkers, Bas Janssen, alle Wünsche der Gemeinde Boxmeer berücksichtigt, worunter die Förderung der Biodiversität. In den Wadis entschied sich Bas nicht für Gras, welches häufig in Wadis verwendet wird, sondern für die blumenreiche GreentoColour®-Bepflanzung, die während kürzeren Zeiträumen auch Staunässe verträgt. “Eine der wichtigsten Anforderungen, die von der Gemeinde gestellt wurden, war der Einsatz von Wirtspflanzen für Bienen und Trachtpflanzen für Schmetterlinge", erklärt Bas. "Wirtspflanzen sind für die Fortpflanzung der Insekten notwendig und die Pollen und der Nektar der Trachtpflanzen sind Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Wir haben ebenfalls eine Waldfläche mit Beerenfrüchten angepflanzt, hier können Vögel Nahrung und Unterschlupf finden. Alle Pflanzfächer am Rande des Platzes wurden mit den blütenreichen Stauden von GreentoColour® bepflanzt und mit Strauchefeu umrandet. Dieser Strauch blüht spät im Jahr und ist sehr wichtig für Bienen, denn er ist eine Nahrungsquelle und Bienen können Ihre Eier ablegen. Schlüpfen die Eier, finden die jungen Insekten ihre Nahrung direkt in der näheren Umgebung.”

Das Konzept ‘Bonte Berm’; eine einzigartige Kombi aus Blumenzwiebeln und einheimischen Kräutern

“Am Hoogkoorplein wurde ebenfalls das Konzept ‘Bonte Berm’: ein bunter Grünstreifen angelegt. In diesem Konzept werden verwildernde Blumenzwiebeln mit einheimischen Kräutern kombiniert", erklärt Bas. "Diese Zwiebeln blühen jedes Jahr aufs Neue. Die Bonte Berm wurde im Oktober 2021 angelegt. Dabei wurden die Blumenzwiebeln gepflanzt und die einheimischen Kräuter ausgesät. Im Jahr davor wurde eine temporäre Pflanzenmischung ausgesät, damit der Boden nach den intensiven Grabearbeiten auf dem Platz wieder zur Ruhe kommen konnte. Die Blumenzwiebeln werden von Januar bis Mai blühen, danach übernehmen die einheimischen Kräuter die Blüte bis in den Spätherbst. Besonders die Blumenzwiebeln, die bereits im Januar blühen sind einen wichtige Nahrungsquelle für Insekten, da alle anderen Pflanzen in dieser Zeit noch nicht blühen.”

Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

“Die Gemeinde Boxmeer versucht überall dort, wo es möglich ist, die Biodiversität zu verbessern”, erzählt der Verantwortliche für die Grünanlagen der Stadt, Ruud Custers. “Wenn Pflanzen in einer Allee ausfallen, pflanzen wir bewusst biodiverse Sorten. Aber auch auf öffentlichen Grünflächen, Grünstreifen und Parks wählen wir bewusst Kräutermischungen, Blumenzwiebeln und Pflanzen, die die Biodiversität fördern. Ungemähte Grünstreifen und wilde Blumenmischungen können unordentlich aussehen, wodurch manchmal gefragt wird, warum wir keine Pflegearbeiten durchführen. Häufig haben wir uns jedoch bewusst dafür entschieden, die Pflanzen stehen zu lassen, da Schmetterlinge, Insekten, Vögel und kleine Säugetiere hier Nahrung und Unterschlupf finden können. Mit unserer Entscheidung für die Bepflanzung von GreentoColour® und dem ‘Bonte Berm’-Konzept hoffen wir, unsere Einwohner und Besucher für das wichtige Thema der Biodiversität zu sensibilisieren”, erläutert Ruud.

Gemeinde Boxmeer (NL) ergreift innovative Maßnahmen zur Klimaanpassung

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Das Gedankengut der Klimaanpassung mit den Bewohnern teilen

“Die Gemeinde Boxmeer beschäftigt sich immer häufiger mit Themen wie Klimaanpassung, Hitzestress, Erfassung überschüssigen Wassers und Verbesserung der Biodiversität”, erzählt Ruud. “Sobald diese Themen in realistische Pläne umgewandelt werden, fragen sich einige Einwohner von Boxmeer, ob es notwendig ist. Auf dem Hoogkoorplein wird die Installation von ein bis zwei Bienenhotels geplant. Bei der Installation wird auch ein Hinweisschild angebracht, auf dem wir darüber informieren, wie und warum wir uns bewusst für die Förderung der Biodiversität einsetzen. Ich gehe davon aus, dass die Bienenhotels nach dem Sommer installiert werden können.”

“Die Gemeinde Boxmeer verwendet ebenfalls ein Klima-Label, um städtische Gebiete grüner zu gestalten und dem Hitzestress entgegenzuwirken. Dieses Klima-Label kann man mit dem Energielabel auf Haushaltsgeräten vergleichen”, erzählt Nick. “In Bezug auf die Biodiversität haben wir noch keine festen Richtlinien. Der bevorstehende Zusammenschluss mit den Gemeinden Cuijk, Grave, Mill, Sint Hubert und St Anthonis zur neuen Gemeinde Land van Cuijk bietet für dieses Thema zahlreiche Möglichkeiten. Wir werden gemeinsam untersuchen, wie jede Gemeinde die Biodiversität bereits fördert und wir werden diese Chance ergreifen, um gemeinsam neue Richtlinien aufzustellen.”

Quellenangabe:

Die Impressionen von der Überschwemmung im Jahr 2016 sind Eigentum von Omroep Brabant.

Die Fotos der Regenwasserbecken sind Eigentum von Martin te Grotenhuis von Royal Haskoning.

Möchten Sie mehr über das Fördern der Biodiversität in der städtischen Umgebung erfahren? 

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